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Den Münchner Wohnungsmarkt verstehen
München gehört konstant zu den teuersten Städten Deutschlands, was Mieten betrifft. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem, besonders bei möblierten Wohnungen in der Nähe von Universitäten oder der Innenstadt. Die durchschnittliche Miete für eine Ein-Zimmer-Wohnung in der Münchner Innenstadt liegt zwischen 1.400 und 1.800 Euro pro Monat – und selbst WG-Zimmer können zwischen 600 und 1.000 Euro kosten.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung und Strategie ist es absolut möglich, eine gute Wohnung zu finden. Die meisten erfolgreichen Wohnungssuchenden haben ihre Unterlagen im Voraus bereit, antworten schnell auf Inserate und behandeln jede Bewerbung wie eine Jobbewerbung.
Ein wichtiger Punkt gleich zu Beginn: In Deutschland erwarten die meisten Vermieter drei Monate Kontoauszüge, einen Einkommensnachweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung, einen SCHUFA-Bonitätsreport und eine ausgefüllte Selbstauskunft. Diese Unterlagen vorab bereit zu haben, erspart dir viel Stress.
Wo du nach Wohnungen suchen kannst
Es lohnt sich, mehrere Plattformen gleichzeitig zu nutzen, da Inserate oft schon nach wenigen Stunden wieder verschwunden sind.
ImmobilienScout24 ist das größte deutsche Mietportal und ein guter Startpunkt für Einzelwohnungen und Apartments. WG-Gesucht ist die erste Anlaufstelle für WG-Zimmer und von Studierenden bevorzugte Unterkünfte. Auch Immowelt und eBay Kleinanzeigen sind es wert, dort regelmäßig zu schauen – hier findet man manchmal Angebote, die anderswo nicht auftauchen.
Vergiss außerdem die physischen Aushänge an schwarzen Brettern der TUM und LMU – manchmal gibt es dort kurzfristige Untermietangebote. Beide Universitäten betreiben auch Wartelisten für Studentenwohnheime über das Studentenwerk München, die du so früh wie möglich nutzen solltest.
WG vs. Einzelwohnung
Eine WG (Wohngemeinschaft) ist eine Wohnung, die du dir mit anderen teilst. Es ist die günstigste und für viele Studierende auch die sozialste Möglichkeit, in München zu wohnen. WG-Zimmer sind in der Regel komplett möbliert und oft all-inclusive, was die Suche deutlich vereinfacht.
Eine Einzelwohnung gibt dir mehr Privatsphäre und Unabhängigkeit, ist aber teurer und erfordert meist, dass du Möbel selbst besorgst. Wenn du gerade nach München kommst, ist eine WG oft der sinnvollste Einstieg – du lernst die Stadt kennen, sparst Geld und knüpfst schnell Kontakte.
Eine starke Bewerbung zusammenstellen
Auf dem Münchner Wohnungsmarkt gewinnt nicht immer der Erste – aber fast immer der am besten Vorbereitete.
Wenn du eine Anfrage schickst, schreib eine kurze, freundliche Nachricht auf Deutsch. Stell dich vor, nenn deinen Studiengang und die Universität, wann du einziehen möchtest und warum dich gerade diese Wohnung interessiert. Das zeigt dem Vermieter, dass du die Anfrage nicht automatisiert hast.
Zum Bewerbungspaket solltest du eine single, sauber formatierte PDF-Datei zusammenstellen, die folgendes enthält: ein kurzes Anschreiben, ein Foto von dir, eine Kopie deines Reisepasses, deine Immatrikulationsbescheinigung, Gehaltsabrechnungen oder einen Stipendiennachweis, den SCHUFA-Report und eine ausgefüllte Selbstauskunft.
Schnelligkeit ist alles. Antworte auf Inserate innerhalb der ersten zwei Stunden, idealerweise noch früher. Vermieter wählen häufig unter den ersten fünf bis zehn Bewerbern aus – wer zu spät kommt, wird oft gar nicht mehr in Betracht gezogen.
Besichtigungen und Entscheidungen
Eine Besichtigung (Besichtigung) ist kein einseitiger Termin. Du bewirbst dich beim Vermieter, aber der Vermieter muss sich auch bei dir bewerben. Nutze den Termin, um Fragen zu stellen und dir ein ehrliches Bild zu machen.
Achte auf folgende Dinge: Funktionieren Fenster, Heizung, Badezimmer und Haushaltsgeräte? Wie ist die Lage in Bezug auf Lärm, Licht und Verkehrsanbindung? Frag nach den Nebenkosten – am besten nach einer schriftlichen Aufschlüsselung. In Deutschland ist die Miete oft als Kaltmiete angegeben; die tatsächliche monatliche Gesamtbelastung (Warmmiete) liegt durch die Nebenkosten deutlich höher.
Frag auch nach der Kaution: Üblich sind zwei bis drei Monate Kaltmiete, die auf einem separaten Konto hinterlegt werden.
Wenn du noch im Ausland bist, sind viele Vermieter bereit, einen Video-Call anzubieten. Das ist heute Standard und vollkommen akzeptabel. Vertrau auch deinem Bauchgefühl – wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es das wahrscheinlich auch.
Deinen Mietvertrag verstehen
Bevor du unterschreibst, lies den Mietvertrag sorgfältig durch. Du musst nicht alles auf Anhieb verstehen, aber ein paar Punkte sind besonders wichtig.
Der Mietvertrag legt die monatliche Kaltmiete fest sowie die Nebenkosten, zusammen ergibt das die Warmmiete. Die Kaution beträgt in der Regel zwei bis drei Monate Kaltmiete und muss auf einem separaten Konto hinterlegt werden – der Vermieter darf sie nicht einfach einbehalten, solange du die Wohnung ordentlich zurückgibst.
Die Kündigungsfrist beträgt in den meisten Fällen drei Monate und muss schriftlich eingereicht werden. Kündige nie mündlich oder per WhatsApp – das gilt rechtlich nicht.
Wichtig: Vergiss nach der Unterschrift nicht, die Anmeldung zu erledigen. Du hast ab dem Einzugsdatum zwei Wochen Zeit, dich beim Bürgerbüro anzumelden. Dafür brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung von deinem Vermieter – sag ihm rechtzeitig Bescheid, damit er sie dir ausstellt.
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